Wander-Reiten – der Weg ist das Ziel
Für die einen dauern "richtige" Wanderritte mehrere Tage oder
gar Wochen und führen in unbekanntes Gelände in dem man sich mit
Hilfe von Karte und Kompaß orientiert. Man übernachtet in
Sichtweite des Pferdes und versorgt sich und sein Tier überwiegend
selbst. Für andere ist es schon ein Wanderritt, wenn man morgens
von einem Startpunkt aus einen Tagesspaziergang hoch zu Roß in
heimischer Region unternimmt. Alles ist möglich auf der Zollernalb
und ortskundige Rittführer zeigen den Reit-Wanderern gerne die
schönsten Strecken. Für alle aber, die sich mit ihrem Pferd auf
Tour begeben, gelten dieselben Grundvoraussetzungen:

Der Reiter
Er hat Freude daran sich in erholsamer Weise von seinem Kamerad
Pferd durch die Landschaft tragen zu lassen – vielleicht manchmal
mit wenig Aussicht auf übermäßigen Komfort aber große Aussicht auf
erholsamen Aufenthalt in freier Natur. Überhaupt - ein Wanderreiter
ist ein natur- und tierverbundener Mensch, der ausgeglichen und mit
sich und der Welt zufrieden in der Gegend herumreitet. Er freut
sich an den kleinen und großen Dingen der Natur und achtet den Wert
der Landschaft und deren Schutzwürdigkeit. Dabei erholt er sich von
den Belastungen des Alltagslebens.
Das Pferd
Geeignet ist jedes ausgewachsene, gesunde, gut erzogene Pferd
gleich welcher Rasse oder Reitweise. Der verantwortungsbewusste
Wanderreiter geht nur mit gut trainiertem Pferd auf Tour. Optimal
geeignet sind im Herdenverband mit natürlichem Auslauf und vielen
Umweltreizen robust gehaltene Pferde. Sich ganz dem
Tierschutzgedanken verpflichtend, schützt der Wanderreiter sein
Tier vor Verletzungen und Überlastung, versorgt es pferdegerecht
mit Nahrung und kontrolliert täglich den Gesundheitszustand. Als
oberstes Gebot gilt, seinen Reitkameraden die ganze Tour über
gesund und reittauglich zu erhalten.
Das Zubehör
Die Ausrüstung für einen Wanderritt muß hohen
Anforderungen genügen. Passendes Zaumzeug, geeigneter Sattel und
Satteltaschen, eine Mindestausstattung an Notfallausrüstung,
Pflegeutensilien, Schutzdecke fürs Pferd, Ersatzkleidung und
Übernachtungsgepäck für den Reiter sind notwendig. Und auch
all die vielen Kleinigkeiten des persönlichen Bedarfs wie Messer,
Feuerzeug, Handy und Geldbeutel gehören dazu. „Weniger ist Mehr“
ist die Devise, muß alles doch tagelang vom Pferd mitgeschleppt
werden. Die Literatur gibt jede Menge Ausrüstungsempfehlungen, doch
nicht jeder hat ein Packpferd um allen Empfehlungen zu folgen.
Eigene Erfahrungen sind unerläßlich.
Die Vorbereitung
Mit der Planung und Organisation legt man den Grundstein für eine
erfolgreiche Reittour. Geht man alleine oder in der Gruppe?
Unternimmt man einen Tagesspaziergang mit seinem Pferd oder plant
man für mehrere Tage oder gar Wochen? Welche Geländeschwierigkeiten
sind zu erwarten, welche Ortschaften, Straßen, Bahnlinien,
Steinbrüche oder Flüsse sind zu berücksichtigen und welche
Unterkünfte gibt es? Dies erfordert einiges Engagement und
Kenntnisse im Vorfeld der Tour – aber gerade die intensive
Vorbereitung erhöht den Erlebniswert eines Wanderrittes. Die
Tourismus-Organisation im Zollernalbkreis hält dafür umfangreiches
Informationsmaterial bereit und Pferdebetriebe und Rittführer
übernehmen auf Wunsch Tourenplanung und Führungen.
Die Kenntnisse des Wanderreiters
Der Wanderreiter muß eigentlich nicht nur ein excellenter Kenner
der Landschaft sein. Er benötigt auch Kenntnisse aus dem Bereich
Reisemanagement, Kartenkunde, Orientierung, Notfallmedizin,
Veterinärmedizin, Naturschutz, über Ausrüstung und auch über Tier-
und Menschenpsychologie. Ein gehöriges Maß an Unternehmergeist und
Motivation gehören ebenso dazu wie eine hohe Frustrationsgrenze –
dies vor allem bei Dauerregen und Kälte.
Aber keine Angst – zum Wanderreiten benötigt man kein
Studium und keinen Doktortitel. Es gibt genügend Literatur um sich
in das Thema einzuarbeiten. Man kann langsam mit kleinen Touren
beginnen, Pferd und Ausrüstung testen und sich in eigener Erfahrung
Grundkenntnisse aneignen.
Es gibt aber auch Organisationen, die Ausbildungen zum
Wanderreiter anbieten. Dort lernt man unter fachkundiger Anleitung
alles Notwendige für die sichere Durchführung eines Wanderrittes.
Man trifft Gleichgesinnte und lernt in der Gemeinschaft.
Beispielhaft sei hier die „Vereinigung der Freizeitreiter und
-fahrer in Deutschland e.V.“ (www.vfdnet.de) genannt. Die VFD
bietet die Basisausbildung von Freizeitreitern und -fahrern mit
weiterführenden Bausteinen zum Gelände- und Wanderreiter und zu
geprüften Rittführern und Übungsleitern an.
Die Interessengemeinschaft Wanderreiten auf der Zollernalb .
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hat sich zur Aufgabe gemacht, das Wanderreiten auf der Zollernalb
zu fördern. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und dem
Landwirtschaftsamt des Zollernalbkreises und mit Unterstützung der
Vereinigung der Freizeitreiter und –fahrer e.V. Landesverband
Baden-Württemberg (VFD) haben sich Pferdebetriebe
zusammengeschlossen, die je nach eigenständigem Angebot
Wanderreiter als Gäste aufnehmen, geführte Touren auf
betriebseigenen Pferden anbieten oder Touren für Reiter auf eigenem
Pferd planen und durchführen. Auftritt und Angebot befinden
sich gerade im Aufbau – und doch hat sich bereits eine stolze
Anzahl von Mitgliedern gefunden, um die reizvolle Landschaft auf
der Zollernalb auch Wanderreitern zugänglich zu machen.